Die Keimzelle des Ortes Dürscheid war der Hof Dursen oder Dursten, der ein Lehnshof des freiadligen Stiftes St. Maria im Kapitol zu Köln war. Er entstand vermutlich im ausgehenden 10. oder zu Beginn des 11. Jahrhunderts. Dieser Hof - und der sich allmählich daraus entwickelnde Ort - war über Jahrhunderte Verwaltungszentrum der Besitztümer von St. Maria im Kapitol im Bergischen Land. Man kann annehmen, daß es schon sehr früh eine einfache Kapelle aus Fachwerk gab. Erst Mitte des 14. Jahrhunderts (1351) wird Dürscheid als "Kirchspiel", also als Pfarrei, urkundlich erwähnt. 1413 wird Dürscheid seelsorglich Filiale der Pfarrei Herkenrath, in der die Johanniter 1224 die Seelsorge übernommen und später im nahen Herrenstrunden eine Kommende erbaut hatten. Im Jahre 1550 wird die Abhängigkeit von Herkenrath bestätigt. Erst 1816 wird Dürscheid unter Pfarrer Christian Wilhelm Selbach nach 400 Jahren Abhängigkeit von Herkenrath (wieder) eigenständig.
Eine feste Kirche aus Stein ist vermutlich im 13. Jahrhundert entstanden. Aus dieser Zeit stammt nämlich der Turm der heutigen Kirche. Das Alter eines Holzbalkens aus dem Turm konnte auf 1280 ± 40 Jahre datiert werden.
Erst im Jahr 1727 hören wir wieder von der Kirche. Das Langhaus war wegen Baufälligkeit eingestürzt. Der damalige Geistliche in Dürscheid, Vizekuratus Peter Schumacher, wendet sich hilfesuchend an den Komtur der Johanniterkommende Herrenstrunden, die damals das Patronatsrecht (Einsetzungsrecht des Pfarrers) auch über Dürscheid besaß und damit für die Kirche auch eine Sorgeverpflichtung hatte. Er schreibt, "die Pfarrgenossen ahn diesem rauhen bergischen Orth seien zwahren mit Hand- und Spanndiensten fast Tag und Nacht willigst zu concurriren, gelt aber beyzusteuern nicht imstande." So steuert denn der Komtur Carl Franz, Freiherr von Wachtendonk, das Bauholz für den Dachstuhl aus den Kommendewaldungen bei. Zum Dank dafür verewigen die Dürscheider sein Wappen in einem Fenster der Kirche, das aber leider im zweiten Weltkrieg zerstört worden ist. Den Turm hat man dabei mit Eisenankern gesichert. Diese hat man außen mit der Jahreszahl 1727 versehen. Das hat zeitweise zu der irrigen Annahme der Entstehung des Turmes im 18. Jh. geführt.



















